I HAVE NO TIME FOR SUCH KIND OF ART

Nimm dir Zeit für die Kunst! Nimm dir Zeit für dein Leben! Es ist die Kunst des Lebens die Zeit in dem Moment festzuhalten. Es zu erleben – HIER und JETZT.

I have no time for such kind of art – Ist der Titel meiner neuen Performancereihe, in der ich auf die immer beschleunigte Gesellschaft und das Fehlen der Zeit für die kleinen Momente im Leben aufmerksam machen will.

Besonders an einen Abend wie die KAMUNA wo mehrere Museen offen haben und zur gleichen Zeit mehrere Veranstaltungen geboten werden, ist es eine Herausforderung sich bewusst der Kunst zu widmen.

Zur Eröffnung der KAMUNA um 18 Uhr, ketteten wir uns vor dem ZKM Gebäude aneinander. Wir wurden zur einer Gefangenengruppe. Wir haben die Zeit und die Besucher vorbeigehen lassen. Eine vergängliche, lebende Skulptur. Sie hat „nur“ eine begrenzte Lebensdauer und doch so zeitlos unter uns weilt. Unterstütz hat mich dabei die Hannafaktur. Die Designerin Hannegret Lindner entwarf eine UHR:ZEIT, die uns ständig daran erinnern soll (anders als herkömmliche Uhren) dass wir Zeit haben.

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I have no time for such kind of art 1 „Prisoners“ – vor dem ZKM 18:00 – 19:00 Uhr

Eine Performerin beschreibt ihre Erfahrungen so: „Ich meditiere in regelmäßigen Abständen. Jedoch in der Öffentlichkeit, mit Anderen, zum Teil auch mir fremden Personen zusammen und noch aneinander gekettet, war es für mich zum ersten Mal. Es war sehr interessant, gerade mit fremden Personen, so eng beieinander, eine Stunde, reglos dazustehen. Plötzlich entstand in Bezug auf mich so eine Art Vertrautheit in der Gruppe. Ich habe auch die Kraft gespürt, die uns umgeben hat. Die eine Stunde ist für mich im nu verflogen. Es war eine berauschende Erfahrung.“

Nach einer Stunde löste sich die Skulptur auf und wir machten uns unter Zeitdruck zu unserer nächsten Performance auf. Das Ziel war der Badische Kunstverein wo wir die Wandteppiche von Noa Eshkol intensiv betrachten wollten. Wir wurden zu sehr aufmerksamen Ausstellungsbesuchern, die die zeitlose Schönheit des Werkes in sich aufnahmen. Im Laufe der Stunde betrachteten wir nicht nur das Kunstwerk, sondern auch das was es mit uns macht. Welche Gefühle entstehen? Zu welcher Bewegung verleitet es mich?

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I have no time for such kind of art 2 „Zeitzeugen“ – Badischer Kunstverein 19:30 – 20:30 Uhr

Dazu die Erlebnisse einer Performerin: „Ich muss sagen, das war für mich eine große Hürde vor vielen Zuschauern mich frei zu bewegen und mich noch dazu zu konzentrieren. Aber nach einer Weile habe ich sie nicht mehr wahrgenommen, da ich mich auf meine Bewegungen fixiert habe. Es war sehr interessant, je länger ich auf den Teppich schaute, sah ich immer neue Muster und Symbole, die ich dann in meine Bewegungen integrierte und je nach Augenwinkel haben sich auch die Musterungen verändert. Es waren faszinierende Erkenntnisse.

Wenn man das auf das eigene Leben überträgt: wir nehmen uns sehr wenig Zeit für die wichtigen Dinge. Dazu gehören auch wichtige Entscheidungen oder unsere Probleme. Man müsste sie länger betrachten, ehe man sich entscheidet. Probleme immer wieder anschauen und sie vom anderen Blickwinkel betrachten und schließlich viele Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Auf jeden Fall würde dies unser Leben sehr bereichern.“

Zeit ist Geld. Die Zeit läuft uns davon. Das Leben ist zu kurz, um sich mit unwichtigen Dingen zu beschäftigen und die Zeit zu verschwenden. Darum fand gleich anschießend die dritte Performance in der Orangerie der Kunsthalle. Eine 10minutige Tanzperformance, die aber ein ganzes Dasein und eine Lebenslinie eines Menschen darstellt. In der Performance bewege ich mich von Geburt bis zum Tod auf der Zeitlinie durch das Leben, durch verschiedene Religionen und durch das Gefühl die Zeit anhalten zu wollen.

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I have no time for such kind of art 3 „Timeline“ – Staatliche Kunsthalle Orangerie 21:00 Uhr

Nach drei Stunden, drei verschiedenen Orten, drei Performances standen wir glücklich und zufrieden. Ich war dankbar diese Erfahrungen zu machen. Und noch mehr dankbar, dass ich Menschen gefunden habe, die sich mit mir die Zeit genommen haben, um dieses Projekt zu realisieren. Danke an Dominik Höß, Laura Durban, Tamara Pitzer, Renate Schweizer, Ayse Tokat, Wanda Spenger, Enver Isufi und auch an Daniela Bechtold (die so spontan dazu gekommen ist).

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