Erinnerungen der Haut

Eine kühle Luft strömt auf mich herab. Der weiche Boden vibriert. Die Kabelbinder drücken an mehreren Stellen. Ein Schweißtropfen fließt entlang des Oberkörpers. Mein größtes Sinnesorgan nimmt in dem Moment tausende von Impulsen wahr. Das tut es seit meiner Geburt. Für ein Neugeborenes ist die Haut mit ihren taktilen Sensoren ein wichtiges und primäres Wahrnehmungsorgan.

All die Erinnerungen gespeichert in zentralen Rechner. Alles miteinander verglichen und in verschiedene Kategorien abgelegt. Meine Haut erinnert sich an den Schmerz, die Temperatur, den Druck und die Berührung der vergangenen Jahre. Diese Erinnerungen werden jetzt im zentralen Rechner verarbeitet und als Impuls an meinen Bewegungsapparat geleitet.

Am 9. Und 10. Juli präsentierte ich meine Butoh-Performance „Erinnerungen der Haut“.  Butoh ist eine japanische Tanzform, die ihre Wurzel in den 50ern hat. In der Performance wandelte ich meine gespeicherten Sinneseindrücke in sichtbare Bewegung um. Ein Tanztheater im radikalsten Sinn, das den Körper ins Zentrum der sensorischen Wahrnehmung stellt. Als eindrucksvolles Bühnenbild diente mir dabei die Installation von Kohei Nawa „Force“ die noch bis 4. September in der Ausstellung „new sensorium“ im ZKM zu sehen ist.

Fotos © 2016 BIK performance

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